Brautkleider Style Ratgeber

Brautkleider Style Ratgeber

Es gibt ca. zehn verschiedene Brautkleidformen, wobei eine genaue Trennung der Formen manchmal nicht möglich ist. Nicht jede Form, die einem gefällt, passt auch zur eigenen Figur. Wir versuchen, gemeinsam mit Ihnen, die perfekte Passform für Ihre Figur zu finden, damit Sie sich in Ihrem Hochzeitskleid rundum schön und wohl fühlen.

A-Linie

Die A-Linie (engl. auch Princess) ist eine Kreation des französischen Designer Christian Dior und wurde 1955 entworfen. Ein eng anliegendes Oberteil und ein nach unten breiter werdender Rock sind bezeichnet für diesen Stil.

Die senkrechten Nähte des Kleides sind durchgehend und in der Regel von keiner Taillennaht unterbrochen. Daher ähnelt der Schnitt des Kleides einem großen A, woher der Name auch kommt.

Wegen der klassischen und einfachen Form ist das A-Linien Kleid, sowohl für die traditionelle Kirchenzeremonie, als auch für die standesamtliche Trauung geeignet.

Kleine Pölsterchen werden optimal kaschiert und die die Braut erscheint größer und schmaler. Die A-Linie ist damit perfekt für Bräute geeignet, die einen schlanken Oberkörper haben und Bauch, Beine, Po gerne etwas kaschieren möchten. So wird mit dem figurbetonten Oberteil des Hochzeitskleides die schönste Seite wunderbar betont und durch den ausgestellten Rock rücken die “Problemzonen” in den Hintergrund.

Das A-Linien-Kleid gibt es mit den unterschiedlichsten Korsagen und Röcken, sowie verschiedensten Materialien, Stoffen und Verzierungen – daher ist diese Schnittlinie so vielseitig.

Duchesse

Das Duchesse-Kleid oder Prinzessinenkleid (engl. Ball Gown) ist für die Braut geeignet, die eine Märchenhochzeit im klassischen Sinne plant. Einfach erklärt, es ist das typische Sissi-Ballkleid mit eng anliegendem Oberteil (meist eine Corsage) und einen weiten glockenförmigen Rock und passt dementsprechend zu großen und traditionellen Hochzeiten. Das Prinzessinen-Kleid ist durchgehend geschnitten und hat damit keine Naht an der Taille.

Das Kleid gibt es in verschiedenen Variationen, schlicht oder reich mit Perlen, Stickereien und kleinen Applikationen verziert. Der Rock besticht häufig mit einer langen Schleppe. Aufsehenerregend wirkt dieses Kleid, wenn Ihr die trägerlose Variante wählt und diese mit Opern-Handschuhen kombiniert. Aufwendige Perlenstickereien am Mieder, in Kombination mit einem einfachen Satinrock lenken die Aufmerksamkeit auf den Oberkörper. Der ausladende Rock sitzt in Taillenhöhe und bekommt sein Volumen durch einen darunter getragenen Reifrock. Dieselbe Wirkung kann aber auch durch überlagerndes Organza, Taft oder Tüll hervorgerufen werden.

Auch wenn diese Linie mit fast jeder Figur zu tragen ist, ist das Duchesse-Kleid insbesondere für Bräute ideal, die einen schlanken Oberkörper haben. Der volle Rock hilft, die Taille zu betonen und eventuell vorhandene Problemzönchen perfekt zu verbergen.

Mit diesem Hochzeitskleid fühlt sich garantiert jede Braut wie eine echte Prinzessin an ihrem großen Tag.

Empire

Das Empire-Kleid definiert sich durch eine hohe Taillennaht direkt unter der Brust. Der Rest des Kleides fällt schmal geschnitten in Falten nach unten. Die Ärmel können von unterschiedlicher Länge sein. So sehen bei einer Hochzeit im Winter z.B. Glockenärmel besonders schön aus. Bei einer Sommerhochzeit hingegen wirkt ein ärmelloses Kleid sehr Vintage-like. Leichtere Stoffe eignen sich besonders für die Empire-Linie, weil diese den Fluss von der Taille abwärts am besten betonen. Eine besonders romantische Wirkung hingegen schafft Seidenchiffon.

Das Empire-Kleid kann mit jeder Figur getragen werden. Es ist hervorragend geeignet für Bräute mit einer etwas kleineren Brust, da die Aufmerksamkeit durch die Träger in V-Form auf die Schulterlinie gelenkt wird. Zusätzliche Akzente, wie Stoffverzierungen, Stickereien und feine Perlenarbeiten, in Kombination mit figurbetontem Schnitt helfen weiter die Aufmerksamkeit auf Hüften und Dekolleté zu lenken, wodurch der Brustbereich voller wirkt. Andererseits kann ein quadratischer-Dekolleté-Schnitt helfen, eine Brust zu kaschieren.

Der Schnitt des Empire-Kleides ist auch für schwangere Bräute ideal, da die fließende Linie des Kleides einen wachsenden Babybauch nahezu verschwinden lässt. Außerdem wird eine etwas gedrungenere Figur optisch gestreckt.

Etui

Die Etui-Linie (engl. Fit-N-Flare) findet sich erst seit einigen Jahren in der Brautmode und wird immer beliebter, so dass mittlerweile kein Designer mehr auf diese Silhouette in seiner Kollektion verzichtet. Etui-Kleider in der Brautmode sind angelehnt an die kurzen Etuikleider der 60er Jahre, jedoch enden sie in der Brautmode nicht als kurzes Kleid in Höhe der Oberschenkel. Vielmehr wird knapp unter der Hüfte oder etwas tiefer der Rock ausgestellt, wobei dies in fallender Form à la A-Linie und Empire oder in Glockenform eines Duchesse-Kleides sein kann.

Das Etuikleid ist sehr körperbetont geschnitten. Diese Hochzeitskleider wirken sehr feminin, da bis zum Hintern jede Kurve gezeigt und vom eng anliegenden Stoff in Szene gesetzt wird. Ihr solltet Euch also recht wohl in Eurer Haut fühlen, wenn Ihr diese Linie tragen möchtet.

Die eng anliegende Kleidervariante ist besonders klassisch und elegant und damit eine wunderbare Wahl für das Standesamt. Dieser Stil eignet sich zudem hervorragend für Bräute, die im zweiten Lebensabschnitt ihren Wunschpartner gefunden haben und nun den Gang vor den Traualtar wagen.

Godet

Ein Godet-Kleid (im engl. Trumpet genannt) ist dem Meerjungfrau-Stil sehr ähnlich und wird auch oft irrtümlich als Meerjungfrau bezeichnet. Tatsächlich rahmt ein Godet-Brautkleid den Oberkörper, die Taille, Hüfte und Oberschenkel genauso figurbetont wie die Meerjungfrau-Linie, jedoch ist der Rock schon oberhalb der Knie, meist mittig der Oberschenkel ausgestellt. Oftmals ähnelt die Godet-Silhouette der Form einer Trompete (daher der Name im Englischen), was durch den tief ausgestellten Rock hervorgerufen wird, der wenn er etwas weiter ausgestellt ist, immer eine Quernaht hat.

Im gewissen Sinne schlägt das Godet-Kleid eine Brücke zwischen Etui und Meerjungfrau, daher gilt für diese Linie das Gleiche wie für das Etui-Brautkleid und das Meerjungfrau-Brautkleid. Es ist sinnlich und elegant zugleich und ist nicht für jede Figur geeignet, da es wie eine zweite Haut jede Kurve bis zu den Hüften nachzeichnet. Wer eine schlanke Figur hat, dem sei diese Linie, gerade mit nur leicht ausgestelltem Rock aber wärmstens ans Herz gelegt.

Kurze Brautkleider

Kurze Brautkleider können klassische Minikleider, elegante Stiftkleider oder Baby-Dolls im kurzen Empire-Style sein. Voll im Trend liegen die etwas längeren Tea-Length-Kleider, die in Höhe der Waden enden oder auch Petticoat-Brautkleider im Stil der 50er, welche in Kniehöhe enden. Außerdem haben viele Hersteller und Designer kurze Brautkleider mit langer Schleppe im Vokuhila-Style (vorne kurz hinten lang) in ihrem Repertoire.

Kurze Brautkleider werden gern als „Zweitkleid“ für das Standesamt oder die ausgelassene Feier zu später Stunde getragen, auch sind sie für Hochzeiten an exotischen Orten eine beliebte Wahl. In Bezug auf die Rocklänge solltet Ihr wie bei einem kurzen Abendkleid bedenken, wie viel Bein Ihr zeigen wollt und ganz wichtig, welche Schuhe Ihr zu dem Kleid tragen wollt. Besonders beliebt bei kurzen Brautkleidern sind Peeptoes in der Farbe des Kleides oder in konträrer Farbe, z.B. Eurer Hochzeitsfarbe.

Meerjungfrau

Die Meerjungfrau-Linie (engl. Mermaid) wirkt sehr erotisch, da diese die Kurven der Braut besonders hervorhebt. Deshalb solltet Ihr schon recht selbstbewusst auf Euren Körper blicken und eine schlanke Figur haben, wenn Ihr diese Linie tragen möchtet. Weich fallende Stoffe, wie Seide oder Satin rahmen den Oberkörper, die Taille, Hüfte und Oberschenkel an jeder Kurve, bevor sie an den Knien oder sogar noch tiefer zum typischen „Fischtail“ ausgestellt werden.

Durch spezielle Raffungen und Verzierungen des Oberteils werden Kurven vorgetäuscht. High Heels als Brautschuhe sorgen zusätzlich dafür, dass die Beine optisch verlängert werden. Ein idealer Stil für kleine und zierliche Bräute. Möchten Sie außerdem Ihre schlanken Waden betonen, so finden Sie unzählige Varianten, die vorn nur bis zum Knie reichen und hinten eine Schleppe vorweisen.

Wenn Ihr etwas mehr Haut zeigen möchtet, wählt die trägerlose Variante oder ein V-Ausschnitt, womit Ihr Eure verführerische Seite betont. Dieses Kleid ist nicht für jede Braut geeignet, da es den Körper besonders umschmeichelt und wie erwähnt jede Kurve zeigt. Wenn Ihr jedoch Eure Figur und Eure sinnliche Seite betonen möchtet, ist ein Meerjungfrauen-Kleid genau das richtige Kleid für Euch.

Schmale Brautkleider

Schmale Brautkleider (im engl. Column oder auch Sheath genannt) sind vom Oberteil bis zum Rock gerade, liegen meist eng an und betonen die Figur. Hochzeitskleider dieser Linie haben in der Regel einen dezenten Stil und werden mit oder ohne Schleppe getragen. Die Schleppe bildete hierbei einen Kontrast zum schmalen Kleid. Die schmale Linie neigt dazu, den Körper einzurahmen und zeigt daher oftmals jede Kurve. Durch den einfachen Schnitt ist dieses Kleid z.B. für Strandhochzeiten und Sommerhochzeiten besonders geeignet.

Ein trägerloses Kleid wirkt erotisch und elegant, wohingegen ein Kleid mit einem fließenden Hals, kombiniert mit langen Glockenärmeln eher romantisch wirkt. Wenn Ihr eine fließende Optik bevorzugt, solltet Ihr einen Stoff wählen, der leicht über die Konturen Eures Körpers fließt, wie z.B. Seide oder Satin.

Schmale Brautkleider sind für kleine Bräute bestens geeignet, da diese durch die schmale Linienführung größer wirken. Allerdings haben eventuell vorhandene Problemzönchen nicht viel Spielraum. Zudem können schmale Kleider die Bewegungsfreiheit beim Tanzen oder Sitzen erheblich einengen.

Zweiteiler

In diese Kategorie gehören alle Kleider, die aus mehr als einem Stück bestehen. Meistens sind das vor allem Corsagenkleider, bei denen die Corsage oder Rock „eigenständige“ Kleidungsstücke sind. Zweiteilige Brautkleider gab es von Saison zu Saison immer weniger auf dem Markt, jedoch sind sie noch lange nicht tot gesagt, da sie gerade von Bräuten, die zwei Farben miteinander kombinieren wollen, immer gern gewählt werden. Und seit die Designer die zauberhafte Kombination von Peplum und Rock entdeckt haben, erfährt das zweiteilige Brautkleid sogar eine regelrechte Renaissance.

Vintage Brautkleider

Fließende Strasskleider im Stil der 20er-Jahre, schlichte Mini-Brautkleider, die an die Swinging Sixties erinnern oder Modelle mit Pettycoat, wie sie in den Fünfzigerjahren angesagt waren – Retro-Fans geht beim Anblick der Vintage-Brautkleider das Herz auf!

Egal ob kurz oder lang – Vintage-Brautkleider haben den nostalgisch-verspielten Stil gemeinsam. Hinsichtlich ihres Schnitts unterscheiden sich die Hochzeitskleider im Retro-Stil allerdings stark voneinander. Während sich 20er-Jahre-Brautkleider durch einen losen, also fließenden Schnitt mit nach unten verschobener Taille auszeichnen, ist für 50s-Brautkleider eine betonte Taille und ein weit ausgestellter kurzer Rock typisch. Vintage-Brautkleider im 60s-Style sind meist sehr kurz, hoch geschlossen und haben einen gerade Schnitt.

Woher kommt der Trend “Vintage Hochzeit”?

Vor ein paar Jahren entwickelte sich in Amerika und England der Trend zu edlen Hochzeiten, die im Stil der 1930er bis 1970er Jahre gestaltet wurden. Das Schöne am Vintage-Stil: Ihr müsst Euch nicht auf eine Epoche oder Stilrichtung festlegen. Unterschiedliche alte Stilrichtungen können in Kleidung und Dekoration mit modernen Accessoires kombiniert werden. So erreicht Ihr einen persönlichen, aber gleichzeitig modernen Look für Eure Hochzeit.