Schleier

Die Geschichte des Brautschleiers nimmt bereits im 4. Jahrhundert ihren Anfang und reicht damit sogar länger zurück als die des Brautkleides. Damals symbolisierte der Schleier vor allem Unschuld und Reinheit, gleichzeitig stand er für den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt.

Die traditionelle Symbolik des Brautschleiers hat schon lange an Bedeutung verloren, trotzdem ist er als modisches Accessoires bei der Hochzeit weiterhin unverzichtbar. Dank Kaiserin Elisabeth von Österreich, den meisten als “Sissi” bekannt, kam der Brautschleier Mitte des 19. Jahrhunderts wieder in Mode, als sie mit einem weißen Seidenkleid und einem langen Spitzenschleier, der bis an das Ende der Schleppe reichte, vor den Altar trat.

Der Trend bei Hochzeiten geht wieder in die elegantere Stilrichtung. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Brautschleier wieder im Kommen sind. Denn nichts ist romantischer und eleganter als ein langer, weich fließender Brautschleier. Und – man kann ihn tatsächlich nur einmal im Leben tragen. Bei der Suche nach dem perfekten Brautkleid sollte die Wahl des Schleiers am besten schon mitbedacht werden, damit sich am Ende ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

Kurzer Schleier – Dieser bedeckt nur das Gesicht. Wie in einer Filmszene enthüllt der Bräutigam das Gesicht, indem er den Kurzschleier nach hinten schlägt, um die Braut zu küssen. Dieser Schleiertyp passt zu jedem Kleid, sofern es nicht zu voluminös ist und ein Missverhältnis zwischen beidem entsteht.

Abstehender Schleier (auch Pouf genannt) – Dieser Brautschleier wird mit dem Haar verknüpft. An der Verbindungsstelle von Haar und Stoff erhält der Tüll eine deutliche Raffung oder Haar und Tüll werden mithilfe eines Kammes verbunden. Ziel ist es, einen imposanten, vom Kopf abstehenden Schirm zu formen, der dem Auftritt Dramatik verleiht. Die Länge so eines Schleiers ist frei wählbar. Das Ganze kann mit einem kurzen Schleier unter der Schirmkonstruktion ergänzt werden.

Mantilla Schleier – Den feierlich gemusterten Spitzenschleier hält ein ebenso dekorativer Kamm im Haar. Der sich dicht an Kopf und Körper anschmiegende Schleier kann unterschiedlich lang sein. Ein Mantilla-Schleier macht aus jeder Braut eine Dame.

Ellenbogen Schleier – Der Name sagt es bereits: Dieser Schleier reicht bis an die Ellenbogen. Was vielleicht nicht jeder weiß: Hier handelt es sich um den beliebtesten und meistgetragenen Hochzeitsschleier. Gelegentlich wird er auch als Taillenlänge bezeichnet, da die Taille auf derselben Höhe wie die Ellenbogen liegt. Der Ellenbogen-Schleier passt zu jedem Hochzeitskleid.

Fingerspitzen-Schleier – Auch hier verrät es bereits sein Name: Der Schleier erreicht die Fingerspitzen. Auch dieser Schleier ist sehr beliebt. Besonders gut dazu passen vornehme Empire- und Duchessekleider sowie der A-Linien Stil.

Langer Schleier – Dieser etwa wadenlange Brautschleier ist ideal, wenn das Hochzeitskleid ohne Schleppe ist, es aber ein langer Schleier sein soll.

Kapellen-Schleier – Mit seinen gut 2 Metern Länge ist der Kapellen-Schleier beinahe schon eine Schleppe. Es versteht sich von selbst, dass er nur mit einem eleganten bis schlichteren Kleid harmoniert – so zum Beispiel mit einem klassischen Empire-Kleid oder auch schmal ausfallenden Designs. In Kombination mit Kleidern, die selbst schon pompös sind, wäre es zuviel des Guten. Es spricht aber nichts dagegen, einen Kapellen-Schleier um einen kurzen Schleier zu ergänzen.

Kathedralen-Schleier – Der 3 Meter lange Kathedralen-Schleier wird auch “königlicher Schleier” genannt. Tatsächlich hat sein Tragen Tradition bei Hochzeiten der Königshäuser. Sonst wird er selten gewählt. Auf jeden Fall gehört er auf eine Hochzeit in entsprechend großem Rahmen und zu einem richtig märchenhaften Hochzeitskleid.